Sexting

Was ist Sexting?

Unter Sexting versteht man das Versenden, Empfangen oder Weiterleiten von sexualisierten Nachrichten, Bildern, Videos oder anderen digitalen Inhalten über das Smartphone oder das Internet. Sexting ist dabei nicht grundsätzlich problematisch. Dabei gibt es unterschiedliche Formen von Sexting. Unterschieden wird zwischen freiwilligem und einvernehmlichem Sexting, unfreiwilligem oder erzwungenem Sexting sowie dem Weiterleiten intimer Inhalte ohne Zustimmung.
Vor allem Letzteres kann schwerwiegende Folgen für Betroffene haben. Problematisch wird Sexting insbesondere dann, wenn Druck ausgeübt wird oder Inhalte missbräuchlich verwendet werden – etwa zur Bloßstellung, Erpressung oder für Cybermobbing. Jugendliche unterschätzen dabei die Risiken digitaler Inhalte. Sobald Bilder oder Videos verschickt wurden, kann die Kontrolle darüber schnell verloren gehen. Inhalte können gespeichert, weitergeleitet oder dauerhaft im Internet verbreitet werden.

Welche Gefahren birgt Sexting?

Besonders problematisch ist Sexting unter sozialem oder emotionalem Druck. Aussagen wie „Wenn du mich wirklich liebst, schickst du mir ein Bild“ können Jugendliche unter Druck setzen und ihre freie und selbstbestimmte Entscheidung beeinflussen.
Besonders tückisch ist, dass intime Inhalte leicht gespeichert oder weiterverbreitet werden können. Dadurch verlieren Betroffene häufig die Kontrolle über ihre eigenen Inhalte. Die Folgen können sowohl psychisch als auch sozial belastend sein. Betroffene berichten häufig von Scham, Angst, Stress oder Vertrauensverlust. Gleichzeitig kann es zu Cybermobbing, Ausgrenzung oder öffentlicher Bloßstellung kommen.
Studien zeigen außerdem, dass das unerlaubte Weiterleiten intimer Inhalte eng mit Cybermobbing und emotionalen Belastungen verbunden ist. Eine internationale Meta-Analyse ergab zudem, dass etwa 12 % der Jugendlichen schon einmal intime Inhalte anderer ohne Zustimmung weitergeleitet haben. Rund 8 % waren selbst von einer solchen Weiterverbreitung betroffen.

Wie kann man verantwortungsvoll mit Sexting umgehen?

Wichtig ist, dass Jugendliche wissen: Niemand ist verpflichtet, intime Bilder oder Nachrichten zu verschicken. Jede Person hat das Recht, eigene Grenzen zu setzen und „Nein“ zu sagen.
Für einen verantwortungsvollen Umgang mit Sexting helfen einige grundlegende Regeln:
• Keine Inhalte verschicken, wenn man sich unsicher oder unter Druck gesetzt fühlt. 
• Niemals intime Bilder anderer ohne Zustimmung speichern oder weiterleiten. 
• Persönliche Merkmale wie Gesicht, Schule oder Wohnort möglichst vermeiden. 
• Sich bewusst machen, dass digitale Inhalte dauerhaft gespeichert werden können. 
• Sich Hilfe holen, wenn Situationen unangenehm oder belastend werden. 
• Privatsphäre-Einstellungen und sichere Passwörter nutzen. 
• Fachleute sprechen hierbei auch von „Safer Sexting“, also einem bewussten und sicheren Umgang mit intimen digitalen Inhalten.

Was tun, wenn man betroffen ist?

Wenn intime Bilder ohne Zustimmung verbreitet werden, sollte sich möglichst schnell Unterstützung gesucht werden. Wichtig ist dabei zu verstehen, dass Betroffene keine Schuld daran tragen, wenn andere ihre Grenzen verletzen.
Hilfreiche Schritte sind:

  1. Screenshots und Beweise sichern.
  2. Vertrauenspersonen wie Eltern, Lehrkräfte oder Schulsozialarbeit informieren.
  3. Inhalte auf Plattformen melden und löschen lassen.
  4. Beratungsstellen oder Hilfsangebote kontaktieren.
  5. Das Verhalten der Täterinnen oder Täter nicht verharmlosen. 
    Das unerlaubte Weiterleiten intimer Bilder stellt eine schwere Grenzverletzung dar und kann rechtliche Folgen haben.

Wie kann man Freundinnen und Freunde unterstützen?

Wenn Freundinnen oder Freunde betroffen sind, ist Unterstützung besonders wichtig. Viele Betroffene fühlen sich schuldig oder schämen sich. Deshalb hilft es, ruhig zuzuhören und die Situation ernst zu nehmen.
Wichtig ist:
• Keine Vorwürfe machen. 
• Keine Bilder weiterverbreiten. 
• Betroffene unterstützen und ernst nehmen. 
• Gemeinsam Hilfe suchen. 
• Erwachsene oder Beratungsstellen einschalten, wenn nötig. 
Schon kleine Gesten der Unterstützung können verhindern, dass sich Betroffene allein fühlen.

Quellen

• National Institute of Justice –

The Impact of Nonconsensual Sharing of Intimate Images

https://nij.ojp.gov/library/publications/impact-nonconsensual-sharing-intimate-images

• ScienceDirect – Forschung zu Sexting, Cybermobbing und psychischen Folgen

https://www.sciencedirect.com/

• PubMed Central – Meta-Analyse zu Sexting unter Jugendlichen

https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC10092138/

• Cyberpsychology – Forschung zu „Safer Sexting“

https://cyberpsychology.eu/

 

Weitere Artikel