Schönheitsfilter
Was sind Schönheitsfilter?
Schönheitsfilter finden sich vor allem auf sozialen Medien oder in entsprechenden Apps und verändern das Gesicht der Nutzerinnen und Nutzer. Sie glätten beispielsweise die Haut, vergrößern die Augen, verändern Lippen oder Nase oder lassen das Gesicht schmaler erscheinen.
Besonders auf Plattformen wie TikTok, Instagram oder Snapchat werden solche Filter täglich von Millionen Jugendlichen genutzt. Viele Menschen verwenden Filter aus Spaß, zur Unterhaltung oder um Fotos kreativer zu gestalten. Problematisch kann es jedoch werden, wenn Jugendliche beginnen, ihr echtes Aussehen ständig mit bearbeiteten Bildern zu vergleichen.
Wissenschaftliche Studien zeigen, dass häufige Nutzung von Schönheitsfiltern das Körperbild und das Selbstwertgefühl negativ beeinflussen kann.
Warum wirken Schönheitsfilter so stark?
Soziale Netzwerke zeigen häufig scheinbar perfekte Gesichter und Körper. Viele dieser Bilder sind jedoch bearbeitet oder mit Filtern verändert. Dadurch entstehen unrealistische Schönheitsideale, die in der Realität kaum erreichbar sind.
Besonders Jugendliche und Heranwachsende befinden sich in einer wichtigen Phase der Identitätsentwicklung. In dieser Zeit spielt die Meinung anderer oft eine große Rolle. Likes, Kommentare und Vergleiche mit Influencerinnen, Influencern oder Gleichaltrigen können dazu führen, dass Jugendliche ihr eigenes Aussehen kritischer bewerten.
Forschungen zeigen, dass der ständige Vergleich mit idealisierten Bildern das Risiko für Unzufriedenheit mit dem eigenen Körper erhöhen kann. Vor allem Mädchen, aber zunehmend auch Jungen, fühlen sich dadurch unter Druck gesetzt.
Welche Risiken und Gefahren gibt es?Unrealistische Schönheitsideale
Schönheitsfilter verändern oft Gesichtszüge so stark, dass ein unrealistisches Ideal entsteht. Glatte Haut ohne Poren, symmetrische Gesichter oder extrem schmale Gesichtszüge vermitteln ein Bild von „Perfektion“, das kaum jemand natürlich erreichen kann. Dadurch kann der Eindruck entstehen, man müsse immer perfekt aussehen, um akzeptiert oder attraktiv zu sein.
Geringeres Selbstwertgefühl
Studien zeigen, dass die häufige Nutzung von Filtern mit Unsicherheiten über das eigene Aussehen verbunden sein kann. Jugendliche vergleichen sich häufig mit bearbeiteten Bildern anderer und empfinden sich dadurch selbst als „nicht schön genug“. Dies kann das Selbstwertgefühl langfristig beeinträchtigen und zu Stress oder Selbstzweifeln führen.
Psychische Belastungen
Wissenschaftliche Untersuchungen weisen darauf hin, dass ein intensiver Konsum stark bearbeiteter Bilder mit psychischen Belastungen zusammenhängen kann. Dazu zählen:
- Körperunzufriedenheit
- Angst vor negativer Bewertung
- sozialer Druck
- depressive Stimmung
- Essstörungen oder gestörtes Essverhalten
Besonders problematisch ist es, wenn Jugendliche glauben, ihr echtes Aussehen entspreche nicht den „Standards“ aus sozialen Netzwerken.
„Snapchat-Dysmorphie“
Fachleute sprechen mittlerweile sogar von sogenannter „Snapchat-Dysmorphie“. Damit ist gemeint, dass Menschen ihr reales Aussehen zunehmend ablehnen, weil sie lieber so aussehen möchten wie ihre gefilterten Bilder. Manche entwickeln dadurch den Wunsch nach kosmetischen Eingriffen oder Schönheitsoperationen.
Wie kann man bewusster mit Schönheitsfiltern umgehen?
Schönheitsfilter komplett zu vermeiden ist nicht immer notwendig. Wichtig ist jedoch ein bewusster und kritischer Umgang.
Hilfreiche Tipps sind:
- Sich bewusst machen, dass viele Bilder bearbeitet sind.
- Nicht ständig das eigene Aussehen mit anderen vergleichen.
- Accounts folgen, die echte und vielfältige Körperbilder zeigen.
- Regelmäßig Pausen von sozialen Netzwerken machen.
- Sich auf eigene Stärken und Fähigkeiten konzentrieren statt nur auf das Aussehen.
- Mit Freundinnen, Freunden oder Erwachsenen über Unsicherheiten sprechen.
Ein gesunder Umgang mit sozialen Medien bedeutet auch zu verstehen, dass Likes oder Kommentare nichts über den eigenen Wert als Mensch aussagen.
Wie kann man Freundinnen oder Freunde unterstützen?
Wenn Freundinnen oder Freunde unter ihrem Aussehen leiden oder sich ständig mit gefilterten Bildern vergleichen, kann Unterstützung wichtig sein.
Hilfreich ist:
- Komplimente nicht nur auf das Aussehen beziehen.
- Zuhören und Sorgen ernst nehmen.
- Keine unrealistischen Schönheitsideale verstärken.
- Gemeinsam kritisch über soziale Netzwerke sprechen.
- Bei starken Belastungen Hilfe suchen, z. B. bei Beratungsstellen oder psychologischer Unterstützung.
Quellen
- PubMed – Auswirkungen von Schönheitsfiltern auf Körperbild und Selbstwerthttps://www.ncbi.nlm.nih.gov/
- American Psychological Association (APA) – Social Media und Körperbildhttps://www.apa.org/
- ScienceDirect – Forschung zu Schönheitsfiltern und psychischer Gesundheithttps://www.sciencedirect.com/
- PubMed – Forschung zu „Snapchat Dysmorphia“
https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/30368365/