Online Shopping

Was sind China-Shops und woran erkenne ich sie?

China-Shops sind Online-Shops, die Waren aus China verkaufen. Diese kosten meist sehr wenig, da die Produktion in China viel günstiger ist und Arbeiter teilweise sehr schlecht bezahlt werden. Viele Waren werden als stark reduziert angezeigt oder du wirst mit Rabatten bombardiert. Die Qualität der Waren ist oft mangelhaft. Um solche Shops zu erkennen, kannst du als erstes die Liste der Verbraucherzentrale benutzen. Dort sind viele China-Shops, bei denen du nicht bestellen solltest, alphabetisch aufgelistet. Steht dort nichts, kannst du im Impressum des Shops nach einer Adresse suchen. Das Impressum ist meistens ganz unten. Mittlerweile benutzen einige chinesische Online-Shops auch niederländische Adressen, du musst also auch dabei vorsichtig sein.

Wie erkenne ich Fake-Shops und Bewertungen?

Fakeshops kannst du am leichtesten über den “Fakeshop-Finder” der Verbraucherzentrale aufspüren. Zuerst gibst du dort den Link, also die Internetadresse des Shops ein. Die Internetseite wird dann vom Fakeshop-Finder auf Merkmale überprüft, die auf einen Fakeshop hinweisen. Mit der anschließenden Einschätzung des Shops als grün, gelb oder rot und den dabeistehenden Hinweisen kannst du dir ein gutes Bild der Vertrauenswürdigkeit machen.
Wenn du auf Kundenbewertungen wert legst, sind Bewertungsplattformen wie Trustpilot oder Trusted Shops eine gute Anlaufstelle. Käufer können dort eine Bewertung für Unternehmen oder einen Online-Shop schreiben. Die Bewertungen werden immer geprüft, um sicherzustellen, dass sie echt sind. Als falsch erkannte Bewertungen werden entfernt. Sie vermitteln also einen sehr guten Eindruck davon, ob ein Shop echt ist oder nicht oder wie es um die Qualität der Produkte steht.

Wie kaufe ich im Internet sicher ein?

Es gibt einige Dinge, die du beachten kannst, um online sicher einzukaufen. Die wichtigsten findest du hier:

  • Schloss-Symbol:
    In der Suchleiste des Browsers ist ein Schloss-Symbol zu sehen. Wenn du draufklickst und “Verbindung sicher” angezeigt wird, ist deine Datenübertragung verschlüsselt. Zugriff von außen ist nicht möglich. Sieht man bei dem Schloss ein Ausrufezeichen, bedeutet das, dass die Seite unsicher ist. Andere ihre Daten möglicherweise abfangen und ansehen können. Gebe am besten keine wichtigen Daten ein oder schließe die unsichere Verbindung.
  • Gütesiegel:
    Es gibt einige Anbieter, die Online-Shops prüfen und ein Siegel verleihen, das Sicherheit verspricht. Nicht alle dieser Siegel sind gleich bedeutend. Die besten, von Stiftung Warentest geprüften Siegel, sind das “Safer-Shopping”-Siegel von TÜV Süd und das Siegel “Trusted Shops”. Um die Echtheit der Siegel zu überprüfen, kannst du auf sie klicken. Wirst du auf die Seite des Siegels geleitet, also bspw. TÜV, dann ist das Siegel echt und vertrauenwürdig.
  • VPNs:
    Eine VPN, auf Deutsch ein Virtuelles Privates Netzwerk, ist kurz gesagt ein Programm, das deine Daten verschlüsselt und dir erlaubt, sicherer zu surfen. Anbieter wie NordVPN und Cyberghost bieten darüber hinaus auch noch die Möglichkeit, automatisch schädliche oder gefährliche Internetseiten für dich zu blockieren. Dazu zählen auch Betrugsseiten.
  • Etablierte Anbieter:
    Wenn du dir nicht sicher bist, wo du kaufen sollst, kannst du immer auf die etablierten, bekannten Anbieter zurückfallen. In der Regel sind sie seriös und du kannst ohne Bedenken bestellen. Direkt beim Hersteller kaufen, beispielsweise bei Technik, ist immer am sichersten. Dort hast du die meisten Infos über das Produkt und im Fall einer Rückerstattung oder eines Umtauschs weißt du direkt, wer verantwortlich ist.
  • Recherche:
    Im Zweifel ist es immer möglich, zu dem Online-Shop zu recherchieren, bei dem du kaufen möchtest. In vielen Fällen gibt es Bewertungen auf dafür vorgesehenen Seiten, z.B. Trustpilot, oder Diskussionen auf Internetforen wie etwa Reddit, aus denen du dir ein gutes Bild machen kann.

Welche Gütesiegel gibt es und was bedeuten sie?

  • TÜV-ShopIdent:
    Dieses Siegel wird an Shops verliehen, die vom TÜV Saarland auf ihre Identität geprüft und als seriös bewertet wurden. In Kombination mit dem authorized by Siegel, das den Shop als offiziellen Partner angebotener Marken ausweist, kannst du sicher shoppen.
  • Trusted Shops:
    Laut eigenen Angaben steht das Trusted Shops Siegel für Shops mit gutem Service, guter Produktübersicht und hohen Sicherheitsstandarts. Nur, wer diese Kriterien erfüllt, bekommt das Siegel.
  • EHI:
    Das EHI Siegel steht vor allem für Nutzerfreundlichkeit und Sicherheit. Shops mit dem Siegel werden jährlich auf Qualität und Seriösität geprüft. Im Fall, dass ein Anbieter die Prüfung nicht besteht, wird das Siegel entzogen.
  • ips:
    Das ips-Siegel steht für Daten- und Verbraucherschutz. Der sichere Umgang mit persönlichen Daten, beispielsweise beim Bestellprozess, steht im Vordergrund.
  • Trustpilot:
    Trustpilot ist kein Siegel, sondern integriert echte Nutzerbewertungen in Form eines Trustscores. Du kannst also direkt sehen, wie zufrieden andere Käufer im Schnitt gewesen sind.

Hinweis: Ein Shop ohne Gütesiegel ist nicht gleich unseriös. Besonders kleinere Shops können sich oft keine Siegel leisten. In so einem Fall kann man oft auf Trustpilot oder Foren wie Reddit Bewertungen von anderen Käufern lesen und sich so einen Eindruck machen.

Was sind Dark Patterns und wie schütze ich mich davor?

Dark Patterns sind in den Online Shop eingebaute unterbewusste Tricks. Sie sollen einen auf verschiedenen Wegen dazu bringen, mehr Geld auszugeben. Die wichtigsten davon findest du hier:

  • Zeitliche Begrenzung
    Ein Countdown zeigt an, wie lange ein Produkt noch reduziert ist. Man wird durch ein angeblich gutes Angebot zum Kaufen gedrängt.
  • Preisanker
    Ein hoher Preis für ein bestimmtes Produkt wird verwendet, um das Preisempfinden des Kunden zu beeinflussen. Andere Produkte wirken dadurch preiswerter und sollen wie ein guter Deal aussehen.
  • Social Proof
    Die Meinungen und Handlungen anderer beeinflussen die eigene. Wenn viele Menschen ein Produkt haben wollen oder gut darüber sprechen, wird man selbst unterbewusst zum Kaufen angeregt.
  • Verknappungs-Gefühl
    Auf der Produktseite eines Artikels wird eine kleine Restmenge angezeigt, um einen unter Druck zu setzen, schnell handeln zu müssen.
  • Gratis-Geschenke
    Ab einer bestimmten Summe bekommt man kleine Extras dazu, beispielsweise kostenlosen Versand oder einen Stoffbeutel. So soll man als Kunde dazu gebracht werden, mehr auszugeben als ursprünglich geplant.

Welche Zahlungsmethoden gibt es und wie sicher sind sie?

  • PayPal:
    Mit PayPal zahlt man üblicherweise im Voraus, hat aber auch die Option, in Raten oder 30 Tage später, quasi auf Rechnung, zu kaufen. Es gibt einen integrierten Käuferschutz, der greift, wenn die Ware nicht ist, wie beschrieben oder gar nicht erst ankommt. Ausgenommen sind Käufe über die Option “Freunde und Familie”. Es wird geraten, diese Funktion beim Online-Shopping nicht zu verwenden, da man sonst ungeschützt vor potenziellen Betrügern ist. PayPal ist darüberhinaus direkt mit dem Konto verbunden. Das bedeutet zwar, dass man schnell und bequem bezahlen kann, kennen Betrüger jedoch die Email-Adresse und das Passwort, können sie ungehindert einkaufen. Ein starkes Passwort und eine 2-Faktor-Authentifizierung ist dringend zu empfehlen. Beachtet man diese Dinge, ist PayPal ein verlässlicher Zahlungsanbieter, der beinahe überall verfügbar ist.
  • Klarna:
    Bei Klarna hat man die Option, per Sofortüberweisung im voraus zu zahlen oder aber per Rechnung oder Ratenzahlung nachher. Falls ein Produkt defekt oder gar nicht ankommt, bietet Klarnas Käuferschutz einen Zahlungsaufschub und Hilfe bei der Beanstandung, also dem Lösen des Problems. Dazu gibt es viele positive, aber auch viele negative Erfahrungsberichte. Eine 2-Faktor-Authentifizierung ist darüber hinaus sehr zu empfehlen, da Betrüger ohne sie nur ihr Klarna Passwort bräuchten, um ungehindert einzukaufen.
  • Kreditkarte:
    Die Zahlung über Kreditkarte erfolgt sofort. Sollten Waren beschädigt sein oder nicht ankommen, kann bei der jeweiligen Kreditkartengesellschaft die Zahlung rückgänging gemacht werden. Seit 2017 ist eine 2-Faktor-Authentifizierung der Kreditkarte Pflicht, über Passwörter, SMS oder Biometrie, z.B. Fingerabdruck. Vorsicht vor betrügerischen Fake-Shops, die ihre Kreditkartendaten stehlen wollen, ist dennoch geboten.
  • Paysafecard:
    Mit PaysafeCart zahlt man im Voraus. Sie hat den großen Vorteil, dass man keine eigenen Daten, sondern nur den Code auf der PaysafeCard eingibt. Die Zahlung ist also praktisch anonym und wird von PaysafeCard selbst mit Bargeld verglichen. Viele Betrüger versuchen allerdings, an diese Codes ranzukommen. Benutzen sollte man sie daher nur in autorisierten Shops. Man erkennt sie an der Webadresse “customer.cc.at.PaysafeCard.com” im Zahlungsfenster. Sollte man eine PaysafeCard verlieren oder ein Code gestohlen werden, kann man den Code bei der Service-Hotline über die Seriennummer sperren lassen.
  • Vorkasse:
    Bei der Vorkasse schickt der Verkäufer die Ware erst los, nachdem er das Geld erhalten hat. Für den Kunden bedeutet das große Unsicherheit. Potenzielle Betrüger haben so ein leichtes Spiel. Sollte man diese Zahlungsmethode nutzen, dann nur in etablierten Shops oder solchen, denen man vertraut. Am besten wäre es, auf eine Alternative auszuweichen.
  • Rechnung:
    Laut der Verbraucherzentrale ist Zahlung auf Rechnung die sicherste aller Zahlungsmethoden. Man erhält zuerst die Ware und zahlt erst dann. Wenn es also beispielsweise einen Defekt gibt, kann man das Produkt zurücksenden, ohne noch auf Rückerstattung oder sonstiges warten zu müssen. Man hat nach einer Zahlung außerdem noch 8 Wochen lang die Chance, zu widersprechen.
  • Nachnahme:
    Bei dieser Zahlungsmethode zahlt man das Geld erst bei Ankunft des Pakets passend an den Postboten aus. Dadurch kann man sicherstellen, dass die Ware auch ankommt. Im Vergleich zur Rechnung hat das den Nachteil, dass man den Inhalt nicht anschauen kann, bevor man zahlt. Trotzdem ist diese Methode sehr sicher
  • Google/Apple Pay:
    Bei diesen Bezahldiensten muss der Käufer nur per Biometrie oder Passwort die Zahlung bestätigen. Der Verkäufer bekommt nur eine Bestätigung und keine Daten des Kunden. Diese Bezahlmethode ist allerdings nur so sicher wie das Smartphone über das sie ausgeführt wird. Es sollte also immer die neueste Version des Betriebssystems und das aktuellste Sicherheitsupdate installiert sein.

Unterschiede zwischen Rückgaberecht und Widerrufsrecht

Das Widerrufsrecht ist ein gesetzliches Recht für Käufer, das einem erlaubt, einen Vertrag innerhalb von 14 Tagen rückgängig zu machen, also beispielsweise einen Online-Kauf.

Das Rückgaberecht dagegen ist ein vom Verkäufer bestimmtes Zeitfenster, in dem man etwas zurückgeben kann. Da der Verkäufer auch den Umfang bestimmen darf, bekommt man manchmal anstelle von Geld auch einen Gutschein oder ähnliches.

Unterschiede zwischen Garantie und Gewährleistung

Mit Garantie sind Bedingungen gemeint, unter deren Einhalt man ein Produkt zurückgeben kann. Weil sie keine Pflicht sind, kann jeder Händler eigene Bedingungen und den Umfang der Garantie selbst bestimmen. Es ist also auch möglich, dass bestimmte Verkäufer nur Gutscheine oder Rabattcodes rausgeben, statt das Geld zurückzuerstatten.

Die Gewährleistung dagegen ist die Pflicht des Verkäufers, innerhalb der ersten 2 Jahre nach dem Kauf die volle Funktion des Produkts zu gewährleisten und bei Defekt oder Schaden für Ersatz zu sorgen. Kann er das nicht, bekommt man sein Geld zurück. Wenn man erst im zweiten Jahr Anspruch auf Gewährleistung erhebt, muss man als Käufer beweisen, dass der Defekt nicht selbstverschuldet war und dazu erklären, wieso die Gewährleistung so spät gefordert wird.

Quellen:

 

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